Kiekert meldet Insolvenz: Streit mit chinesischem Großaktionär Lingyun eskaliert
Leni HerrmannChinesischer Eigentümer möchte Kiekert behalten - Kiekert meldet Insolvenz: Streit mit chinesischem Großaktionär Lingyun eskaliert
Kiekert, ein führender Zulieferer für Automobil-Verriegelungssysteme, hat vorläufige Insolvenzverfahren eingeleitet. Das Unternehmen, das weltweit 4.500 Mitarbeiter beschäftigt, macht für seine finanziellen Schwierigkeiten einen Streit mit seinem chinesischen Großaktionär Lingyun verantwortlich. Wie CEO Jérôme Debreu erklärte, habe die ausbleibende Finanzierung durch Lingyun den Schritt erzwungen.
Die Insolvenzanmeldung erfolgte, nachdem Lingyun angeblich finanzielle Verpflichtungen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro nicht erfüllt hatte. Die Kiekert-Führung warf dem Aktionär vor, den Zugang zu wichtigen Märkten und notwendigen Finanzmitteln blockiert zu haben. Lingyun hingegen gab an, von der Insolvenzankündigung überrascht worden zu sein und erst durch Medienberichte davon erfahren zu haben.
Lingyun hatte Kiekert 2012 übernommen. Trotz der aktuellen Krise betonte der chinesische Investor, das Unternehmen weiterhin halten zu wollen. Zu seinen erklärten Zielen gehöre es, Gläubiger zu schützen, die Liquidität zu sichern und das langfristige Überleben von Kiekert zu gewährleisten.
Unterdessen drängt die Kiekert-Führung auf eine Trennung vom chinesischen Aktionär. Man sei überzeugt, dass dieser Schritt dem Unternehmen ein schnelleres Wachstum ermöglichen und seine Position als wichtiger Zulieferer der Automobilbranche stärken werde. Vorerst laufen die Geschäfte an allen Kiekert-Standorten wie gewohnt weiter; die Löhne der Mitarbeiter sind bis November gesichert.
Das Insolvenzverfahren ist eingeleitet, doch Kiekert bleibt operativ tätig. Lingyuns nächste Schritte werden entscheiden, ob das Unternehmen seine Finanzen stabilisieren und seine Marktposition halten kann. Mitarbeiter und Gläubiger verfolgen die anstehenden Verhandlungen mit großer Aufmerksamkeit.






