Kerendia-Studie lässt Aktienkurs um 4,71 % steigen – doch Roundup-Klagen belasten weiter
Lara LangeKerendia-Studie lässt Aktienkurs um 4,71 % steigen – doch Roundup-Klagen belasten weiter
Ein großer Pharmakonzern hat vielversprechende Ergebnisse für sein Medikament Kerendia bekannt gegeben, was den Aktienkurs um 4,71 % steigen ließ. Die positiven Daten aus klinischen Studien kommen zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen weiterhin mit rechtlichen und finanziellen Herausforderungen durch die Roundup-Klagen konfrontiert ist. Anleger beobachten nun zwei entscheidende Entwicklungen: eine mögliche Erweiterung der FDA-Zulassung für Kerendia und ein bevorstehendes Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA zu Warnhinweisen für Glyphosat.
Kerendia, das den Wirkstoff Finerenon enthält, ist bereits in über 100 Ländern zur Behandlung von chronischer Nierenerkrankung (CKD) in Verbindung mit Typ-2-Diabetes zugelassen. Im Juli 2025 erhielt das Medikament zudem die FDA-Freigabe für Patient:innen mit Herzinsuffizienz und einer linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) von 40 % oder höher. Neue Studienergebnisse zeigen nun, dass Kerendia die Nierenfunktion bei nicht-diabetischen CKD-Patient:innen signifikant verbessert und damit sein primäres Studienziel erreicht.
Das Unternehmen plant, einen Antrag auf eine erweiterte Zulassung bei der FDA einzureichen, was den Zugang zu einem deutlich größeren Markt ermöglichen könnte. Trotz dieser Fortschritte bleibt die finanzielle Belastung hoch. Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete der Konzern einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro und eine Nettoverschuldung von fast 30 Milliarden Euro – hauptsächlich bedingt durch die hohen Prozesskosten im Zusammenhang mit den Roundup-Klagen. Dennoch hat sich die Pharmasparte des Unternehmens inmitten dieser Belastungen als widerstandsfähig erwiesen.
Die rechtlichen Unsicherheiten bestehen weiter. Die mündliche Verhandlung vor dem US-Supreme Court zu den Warnhinweisen für Roundup ist für den 1. April 2026 angesetzt, mit einer Urteilsverkündung bis Mitte Juni. Gleichzeitig findet an diesem Tag die Hauptversammlung des Unternehmens statt, auf der über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abgestimmt wird.
Der Anstieg des Aktienkurses spiegelt die Zuversicht in das Potenzial von Kerendia wider, doch die finanzielle Lage des Unternehmens bleibt eng mit den rechtlichen Entwicklungen verknüpft. Eine günstige Entscheidung des Supreme Court zu den Glyphosat-Warnhinweisen könnte Lieferbedenken zerstreuen, während eine erweiterte FDA-Zulassung für Kerendia die Pharmaumsätze stärken könnte. Beide Faktoren werden die weitere Entwicklung des Konzerns in den kommenden Monaten maßgeblich prägen.