Jessica Krebbing übernimmt den Milchviehbetrieb – ein Zeichen des Wandels in der Landwirtschaft
Leni HerrmannJessica Krebbing übernimmt den Milchviehbetrieb – ein Zeichen des Wandels in der Landwirtschaft
Jessica Krebbing wird die erste Frau in ihrer Familie, die den Milchviehbetrieb in Hamminkeln (Nordrhein-Westfalen) leitet. Damit vollzieht sich ein Wandel in einer Branche, in der Frauen in Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert sind – obwohl sie mehr als ein Drittel der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte stellen.
Ihr Amtsantritt fällt in eine Zeit, in der technische Fortschritte und staatlich geförderte Initiativen Frauen in der Landwirtschaft den Aufstieg in verantwortungsvolle Positionen erleichtern sollen.
Krebbings Alltag umfasst das Füttern, Melken und Besamen der Kühe sowie das Einstreuen der Ställe und die Vorbereitung der Tiere für die Weide. Gemeinsam mit ihrem Mann wird sie eine Herde von 200 Milchkühen, 100 Kälbern und Jungrindern bewirtschaften. Moderne Hilfsmittel wie ein Melkroboter haben die körperliche Belastung verringert und Zeit für andere Aufgaben geschaffen.
Ihre Mutter, Christa Krebbing, hatte früher als gleichberechtigte Partnerin auf dem Hof mit Vorurteilen zu kämpfen. Vertriebsmitarbeiter ignorierten ihre Rolle oft – ein Beispiel für die anhaltenden Hürden, mit denen Frauen in der Landwirtschaft konfrontiert sind. Bundesweit werden nur etwa 11 Prozent der Betriebe von Frauen geführt, bei größeren Höfen über 50 Hektar sind es sogar nur 5 Prozent.
In der Nähe, in Mülheim an der Ruhr, prägen Anne Unterhansberg und Lea Im Brahm maßgeblich den familiengeführten Direktvermarkungsbetrieb Buchholzhof. Ihr Engagement steht für einen größeren Trend: Immer mehr Frauen treiben Innovationen voran, besonders in Marketing und Unternehmensentwicklung. Die Landesregierung fördert Vernetzungs- und Beratungsprogramme, um Frauen den Einstieg in Führungspositionen zu erleichtern.
Zwar hat die Technik die körperliche Arbeit reduziert, doch Frauen in der Landwirtschaft stemmen nach wie vor multiple Aufgaben. Doch ihre Beiträge werden zunehmend als unverzichtbar für die Zukunft des Sektors anerkannt.
Krebbings Übernahme des Familienbetriebs passt in den langsamen, aber stetigen Wandel der deutschen Landwirtschaft, in dem Frauen allmählich an Einfluss gewinnen. Mit staatlicher Unterstützung und technischem Fortschritt könnten ihr weitere Bäuerinnen folgen. Dieser Wandel könnte die Art und Weise, wie Höfe geführt werden, vor allem in Regionen wie Nordrhein-Westfalen, nachhaltig verändern.