04 May 2026, 06:05

HHU-Forscher entwickeln natürliche Pestizide aus Bakterien und Agrarabfällen

Weißer Hintergrund mit fettem grünem Text, der "single use support pioneering biopharma" liest

HHU-Forscher entwickeln natürliche Pestizide aus Bakterien und Agrarabfällen

Ein Forschungsteam der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) entwickelt eine umweltfreundlichere Alternative zu synthetischen Pestiziden. Das mit 2,7 Millionen Euro vom Bund geförderte Projekt setzt in den nächsten fünf Jahren auf Bakterien, um natürliche Insektizide herzustellen. Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Methode die Umweltbelastung durch herkömmliche Agrarchemikalien verringert, ohne die Ernährungssicherheit zu gefährden.

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Im Mittelpunkt des PyreComm-Projekts stehen Pyrethrine – natürliche Insektizide, die aus der Dalmatinischen Insektenblume (Chrysantheme) gewonnen werden. Statt auf chemische Synthese zu setzen, wollen die Forscher das Bakterium Vibrio natriegens so modifizieren, dass es diese Wirkstoffe in Bioreaktoren produziert. Als Rohstoff dienen holzbasierte Materialien, die aus landwirtschaftlichen Abfällen stammen. So entsteht ein geschlossener Kreislauf zwischen Abfallverwertung und Pestizidherstellung.

Leiter der Nachwuchsforschungsgruppe am Institut für Quantitative und Theoretische Biologie der HHU ist Dr. St. Elmo Wilken. Sein Team strebt ein skalierbares, halb-synthetisches Verfahren an, das die ökologischen Nachteile konventioneller Pestizide umgeht. Gefördert wird die Arbeit vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Nationalen Bioökonomiestrategie, die erneuerbare Ressourcen und kreislauforientierte Wirtschaftsmodelle vorantreibt.

Das Vorhaben passt zur „Farm to Fork“-Strategie der EU, die nachhaltige Innovationen in der Landwirtschaft beschleunigen soll. Da die biobasierten Alternativen synthetische Chemikalien ersetzen, rechnen die Forscher mit schnelleren Zulassungsverfahren. Zudem ist das Projekt Teil des BMFTR-Programms „Kreative Nachwuchstalente für die Bioökonomie“, das die Zusammenarbeit zwischen jungen und erfahrenen Wissenschaftlern fördert.

Bei Erfolg könnte die Methode des HHU-Teams Landwirten ein nachhaltiges Pestizid an die Hand geben. Die 2,7 Millionen Euro fließen in fünf Jahre Forschung zur bakteriellen Pyrethrin-Produktion – mit potenziellen Vorteilen für Landwirtschaft und Umwelt. Die Ergebnisse könnten zudem einen Beitrag zu den übergeordneten Zielen der deutschen Bioökonomie leisten.

Quelle