Gerresheimer stürzt ab: Dritte Gewinnwarnung lässt Aktie auf Rekordtief fallen
Niklas NeumannGerresheimer stürzt ab: Dritte Gewinnwarnung lässt Aktie auf Rekordtief fallen
Gerresheimer gibt dritte Gewinnwarnung des Jahres ab – Aktie auf Tiefstand seit 2012
Die Aktien des Unternehmens stürzten am Donnerstag um über 13 Prozent ab und notierten bei nur noch 32,36 Euro. Anleger zeigen sich zunehmend besorgt, da der Konzern mit nachlassender Nachfrage und finanziellen Rückschlägen kämpft.
Die jüngste Warnung folgt auf zwei vorherige Herabstufungen der Jahresziele für 2024. Zwar verzeichnete Gerresheimer vorläufige Umsätze von 1,68 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten, doch das organische Wachstum kam zum Erliegen. Ein Großteil des Anstiegs geht auf die Übernahme von Bormioli Pharma zurück, während das Kerngeschäft mit Pharmazie und Kosmetik schrumpfte.
Die Probleme des Unternehmens verschärften sich Ende 2025, als ein Bilanzskandal bekannt wurde. Die Enthüllung beschleunigte den drastischen Kursverfall der Aktie, die sich bereits von knapp 120 Euro Mitte 2023 auf nur noch 19 Euro zu Beginn 2026 mehr als halbiert hatte. Allein im vergangenen Jahr verlor der Wert über die Hälfte seines Kurses.
Zusätzlichen Druck übt die Regulierungsbehörde aus: Eine laufende Untersuchung der deutschen Finanzaufsicht BaFin ist noch immer nicht abgeschlossen. Zudem haben gescheiterte Übernahmeversuche das Vertrauen weiter erschüttert. Das Umstrukturierungsprogramm des Konzerns, das die Geschäfte stabilisieren soll, steckt noch in den Anfängen.
Die Marktstimmung deutet kaum auf Hoffnung für eine schnelle Erholung von Gerresheimer hin. Seit Januar hat sich der Aktienkurs nahezu halbiert – ein Zeichen für anhaltende Sorgen um die Nachfrage und die finanzielle Stabilität. Mit laufenden Ermittlungen und noch nicht abgeschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen steht das Unternehmen vor einer längeren Phase der Unsicherheit.






