Gericht stoppt Bloomwells Cannabis-Werbung mit Sido und Gratis-Rezepten
Niklas NeumannGericht stoppt Bloomwells Cannabis-Werbung mit Sido und Gratis-Rezepten
Ein Frankfurter Gericht hat dem Unternehmen Bloomwell untersagt, kostenlose Cannabis-Rezepte in Werbekampagnen zu bewerben, in denen auch der Rapper Sido auftritt. Das Urteil folgt Beschwerden der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR), die der Plattform irreführende Marketingmethoden vorwirft. Der Fall wirft Fragen auf, wie einige Unternehmen in Deutschland medizinisches Cannabis bewerben.
Das Landgericht Frankfurt erließ eine einstweilige Verfügung gegen die Bloomwell-Kampagne, die kostenlose Rezepte als Bonus zu Cannabis-Bestellungen anbot. In den Werbespots trat zudem der Rapper Sido auf, der mit dem Unternehmen MeinBlock – geleitet vom Anwalt Burkhard Westerhoff – für die Spirituosenmarke Kabumm zusammenarbeitet. MeinBlock besitzt die Cannabis-Linie Siggis Pharm, die exklusiv über Bloomwell vertrieben wird.
Rechtsanwalt Dr. Morton Douglas, der die AKNR vertritt, kritisierte, dass Bloomwell gezielt jüngere Zielgruppen anspreche und zum Kauf potenziell schädlicher Substanzen anreize. Er argumentierte, dass solche Geschäftsmodelle strengere Regulierungen benötigten, und wies darauf hin, dass Bloomwell und ähnliche Anbieter eher auf die Verteilung von Medikamenten als auf echte Telemedizin setzen.
Der Fall fällt in eine Phase, in der der Gesundheitsausschuss am kommenden Mittwoch über Änderungen des Medizin-Cannabis-Gesetzes (MedCanG) berät. Gleichzeitig nutzen andere Plattformen wie CanDoc weiterhin ähnliche Strategien – etwa Video-Sprechstunden mit Ärzten und Werbeaktionen mit Null-Euro-Rezeptgebühren, um Kunden zu gewinnen.
Das Gericht verbietet Bloomwell nun, kostenlose Rezepte zu bewerben oder Sido in seinen Kampagnen einzusetzen. Das Urteil wirft zudem grundsätzliche Fragen auf, wie Cannabis-Plattformen in Deutschland agieren. Angesichts der anstehenden Anhörung zum Medizin-Cannabis-Gesetz könnten weitere regulatorische Anpassungen folgen.






