Europas Industrie warnt vor CO₂-Kosten: Reform des Emissionshandels gefordert
Niklas NeumannEuropas Industrie warnt vor CO₂-Kosten: Reform des Emissionshandels gefordert
Über 30 große europäische Industrieunternehmen fordern dringende Reformen des EU-Emissionshandels. In einem Schreiben an die EU-Spitzen warnen Konzerne wie ArcelorMittal, BASF und BP, dass steigende CO₂-Kosten die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie untergraben. Die Unternehmen kritisieren, dass die aktuellen Regelungen die fehlende Infrastruktur für die grüne Transformation nicht ausreichend berücksichtigen.
Das EU-System verpflichtet Industrieanlagen, Zertifikate für Treibhausgasemissionen zu erwerben. Im Rahmen des „Fit for 55“-Klimapakets werden kostenlose Zuteilungen schrittweise abgebaut, um die globalen Erwärmungsziele zu erreichen. Dadurch sind die meisten Unternehmen gezwungen, die benötigten Berechtigungen auf dem freien Markt zu kaufen.
Da die Emissionen langsamer sinken als das Angebot an Zertifikaten, sind die Preise gestiegen. Die Einnahmen aus dem System fließen in Klimaprojekte, darunter den Ausbau von Wasserstoffnetzen. Um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden, führte die EU zudem den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ein, der kohlenstoffintensive Importe besteuert – es sei denn, das Exportland verfügt über ein eigenes Emissionshandelssystem.
In dem Brief verweisen die Unterzeichner auf Engpässe bei der Strom-, Wasserstoff- und CO₂-Transportinfrastruktur. Die Unternehmen werfen der EU vor, einseitig hohe CO₂-Kosten durchzusetzen, ohne globale Abstimmung. Sie fordern sofortige Maßnahmen, um weitere Kostenerhöhungen zu stoppen und Schäden für die industrielle Basis Europas zu verhindern.
Die Firmen verlangen eine Aussetzung der steigenden CO₂-Preise, bis die notwendige Infrastruktur steht. Zudem sollen die Handelsregeln an die aktuellen globalen Rahmenbedingungen angepasst werden. Ohne Kurskorrektur, so die Warnung, drohe dem europäischen Industriestandort ein dauerhafter Schaden.






