07 June 2026, 12:04

Düsseldorfer Ausstellung ehrt vergessene jüdische Pioniere der Industriegeschichte

"Made in Düsseldorf" - warum jüdische Pioniere immer noch nicht anerkannt werden

Düsseldorfer Ausstellung ehrt vergessene jüdische Pioniere der Industriegeschichte

Eine neue Ausstellung in Düsseldorf würdigt drei jüdische Unternehmer, deren Innovationen die Stadt und darüber hinaus prägten. Abraham Freundlich, Albert Schöndorff und Ludwig Loewy bauten erfolgreiche Unternehmen in den Bereichen Kältetechnik, Fertigung und Maschinenbau auf – doch ihr Erbe wurde durch die nationalsozialistische Verfolgung fast ausgelöscht. Die Schau mit dem Titel „Innovativ. Erfolgreich. Jüdisch.“ ist bis zum 28. September 2025 in der Mahn- und Gedenkstätte zu sehen.

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Abraham Freundlich, ein autodidaktischer Erfinder, eröffnete 1888 seine erste Kältefabrik in Düsseldorf. Sein Unternehmen belieferte die Kaiserliche Marine, den russischen Zaren und sogar das erste Kino der Stadt, die Lichtburg, mit Kühlsystemen. Doch nach 1933 zerstörten NS-Boykotte sein Geschäft. 1938 wurden seine Kühlhäuser zwangs„arisiert“, noch im selben Jahr starb er.

Albert Schöndorff gründete 1890 eine Bettfabrik in Düsseldorf und erweiterte sein Unternehmen später auf Ladenbau, Kaufhausausstattungen und Straßenbahnproduktion. Sein Erfolg endete jäh 1933, als die Nationalsozialisten ihn aus seiner eigenen Firma drängten. Neun Jahre später wurde er nach Auschwitz deportiert.

Der böhmische Ingenieur Ludwig Loewy machte das Düsseldorfer Unternehmen Schloemann zu einem führenden Hersteller hydraulischer Pressen. Angesichts der Verfolgung floh er 1936 nach Großbritannien. Dort trugen seine Entwicklungen zum Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg bei und prägten später die Luft- und Raumfahrttechnik.

Die Ausstellung bewahrt die Geschichten dieser drei Männer, deren Leistungen einst systematisch getilgt werden sollten. Ihre Erfindungen veränderten den Alltag in Düsseldorf und hinterließen weltweite Spuren in der Industrie. Bis Ende 2025 können Besucher ihre Leistungen in der Mahn- und Gedenkstätte entdecken.

Quelle