Deutsche Schulspiele 2024: Latein, Körbe auf der Ems und ein eiserner Kinder-Wettkampf
Niklas NeumannDeutsche Schulspiele 2024: Latein, Körbe auf der Ems und ein eiserner Kinder-Wettkampf
Die Deutschen Schulspiele nehmen in diesem Jahr eine ungewöhnliche Wendung
Eine Mischung aus traditionellen und modernen Ideen verändert in diesem Jahr, wie Kinder bei den Deutschen Schulspielen gegeneinander antreten – und einige Wettbewerbe sorgen bei Bildungspolitikern und Eltern gleichermaßen für Aufsehen.
An der Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule traten Schülerinnen und Schüler in Sportwettkämpfen an, die vollständig auf Latein abgehalten wurden – und das mit dem Rücken zum Publikum. Dies war Teil einer breiter angelegten Initiative konservativer Bildungspolitiker, die alte Bräuche in schulische Wettbewerbe zurückführen wollen.
Im Mittelpunkt der Spiele stand der „Eiserne-Kind-Wettkampf“, ein mehrtägiger Test, der Ausdauer, Fleiß und sogar Kostenrechnung prüft. Die „Chicago Boys“ der Klasse 3b gehörten zu den teilnehmenden Teams. Die Sieger erhielten ein exklusives Coaching mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann, während die Verlierer mit einer Empfehlung fürs Gymnasium rechnen mussten.
Aufsehen erregte auch die Kita „Höhlenkinder“ in Rheda-Wiedenbrück, die einen eigenen Führungstest durchführte: Kleinkinder wurden in nummerierte Weidenkörbe gesetzt und auf der Ems ausgesetzt. Ziel der Übung war es, zukünftige Führungspersönlichkeiten unter den jüngsten Teilnehmern zu identifizieren.
Bildungsministerin Karin Prien nutzte die Veranstaltung, um eine stärkere Wettbewerbsorientierung im Schulsport zu fordern. Unterdessen arbeitet das Bundesbildungsministerium an einem Vorschlag für leistungsbasierte Kinderspiele. Bernd Kreimer-Rendsburg geht noch einen Schritt weiter: Er verlangt, dass sämtliche Bewertungen nach Spielprinzipien („Gamification“) gestaltet werden – inklusive eines Ranking-Systems, in dem Eltern mit gekauften Tokens die Ergebnisse beeinflussen können.
Die Spiele zeigen einen Trend zu leistungsorientierten Aktivitäten an deutschen Schulen. Sowohl neue als auch wiederbelebte Traditionen werden erprobt – und lösen bereits jetzt Debatten unter Pädagogen und Familien aus. Der anstehende Vorschlag des Ministeriums könnte die Art und Weise, wie Kinder künftig gegeneinander antreten, weiter verändern.






