David Hockney stirbt mit 88 – ein Abschied vom Rebellen der modernen Malerei
Lea WagnerDavid Hockney stirbt mit 88 – ein Abschied vom Rebellen der modernen Malerei
David Hockney, der für seine verspielte und grenzenüberschreitende Kunst bekannte Maler, ist im Alter von 88 Jahren in London gestorben. Seine Werke, oft als skurril wahrgenommen, forderten die Kunstwelt heraus und faszinierten sie gleichermaßen.
Geboren in eine Welt, die er später neu prägen sollte, wurde Hockney früh zu seinem eigenen lautstärksten Fürsprecher. Mit nur 23 Jahren füllte er sein Atelier mit Ausschnitten halb entkleideter Männer aus amerikanischen Bodybuilding-Magazinen. Sein mutiger Ansatz machte ihn bald zum Symbol künstlerischer Freiheit – auch wenn manche ihn als bloße Oberflächlichkeit abtaten.
Mit 33 erhielt er seine erste Retrospektive, eine Seltenheit für einen so jungen Künstler. Sein berühmtestes Werk, „A Bigger Splash“, fing mit Acrylfarben eine idyllische Bungalow-Szene mit Sprungbrett ein – eine Mischung aus Präzision und scheinbar müheloser Freude. Von seiner Basis an der Pazifikküste aus betrachtete er europäische Traditionen mit kühler, distanzierter Neugier.
Hockneys Interessen reichten weit über das Visuelle hinaus. Er behauptete, in den Initialen Walt Whitmans verborgene numerische Muster entdeckt zu haben. Doch für das „Swinging London“ hatte er wenig übrig – er bezeichnete es als modische Ablenkung für die Elite.
Bis zuletzt blieb seine Kunst eine Mischung aus Spott und Verzauberung. Die Institutionen, die er einst auf die Schippe nahm, gedenken ihm heute als einer prägenden Figur der modernen Malerei. Sein Erbe lebt weiter – in Galerien und in den Vorstellungen all jener, die die Welt durch seine Augen sahen.






