22 March 2026, 02:04

BP verkauft Gelsenkirchen-Raffinerie und treibt radikale Umstrukturierung voran

Liniendiagramm, das die Wertminderungen von Vermögenswerten für Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP verkauft Gelsenkirchen-Raffinerie und treibt radikale Umstrukturierung voran

BP treibt tiefgreifende Umstrukturierungen voran – Ölpreise steigen, Lieferketten geraten unter Druck

Der britische Energiekonzern BP setzt angesichts stark gestiegener Ölpreise und wachsender Belastungen in den globalen Lieferketten seine ehrgeizigen Umstrukturierungspläne um. Bis 2027 will das Unternehmen Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar veräußern – mehr als die Hälfte davon ist bereits abgeschlossen. Gleichzeitig treiben die eskalierenden Spannungen in der Straße von Hormus den Preis für Brent-Rohöl auf rund 112 US-Dollar pro Barrel.

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Parallel dazu baut BP seine Geschäftsbereiche um, darunter den Verkauf der Raffinerie in Gelsenkirchen. Allein diese Transaktion hat seit Mitte Januar 2026 den Marktwert des Konzerns um 8 Prozent steigen lassen.

Am 15. Januar 2026 bestätigte BP den Verkauf der Gelsenkirchen-Raffinerie an die Klesch Group. Die Anlage, die jährlich 12 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet, geht zusammen mit rund 1.800 Mitarbeitern an den neuen Eigentümer über. Durch den Deal könnte BP zudem bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten loswerden.

Die Ankündigung löste eine positive Markt Reaktion aus: Bis zum 21. März 2026 stieg die Bewertung von BP von 92 Milliarden auf 99,4 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 8 Prozent. Konkurrenten wie ExxonMobil und Shell verzeichneten im gleichen Zeitraum deutlich geringere Zuwächse von 2 bzw. 5 Prozent. Die Bank HSBC stufte die BP-Aktie von "Reduce" auf "Hold" hoch und erhöhte das Kursziel auf 45,30 US-Dollar. Als Hauptgrund nannte sie den Raffinerieverkauf, der als wichtiger Wachstumstreiber gelte.

Neben diesen strategischen Verkäufen beschleunigt BP auch seine interne Umstrukturierung. Das Unternehmen hat sein Sparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis 2027 angehoben. Mit diesen Maßnahmen will der Konzern seine Bilanz stärken und die zukünftige Liquidität sichern.

Doch die Herausforderungen bleiben bestehen: In den USA scheiterten die Tarifverhandlungen in BPs Whiting-Raffinerie im Bundesstaat Indiana, woraufhin rund 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte ausgeschlossen wurden. Unabhängig davon erteilte die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung vom Jones Act, um die angespannten Lieferketten zu entlasten. Damit dürfen erstmals seit Monaten ausländische Schiffe Waren zwischen US-Häfen transportieren.

BPs Strategie aus Desinvestitionen und Umstrukturierungen fällt in eine Phase hoher Ölpreise und operativer Störungen. Während der Verkauf der Gelsenkirchen-Raffinerie bereits das Vertrauen der Anleger gestärkt hat, zielen die umfassenden Kostensenkungsmaßnahmen auf eine Stabilisierung der Finanzen ab. Dennoch bleiben Arbeitskonflikte und globale Lieferkettenprobleme Risikofaktoren für die weitere Entwicklung des Konzerns.

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