16 March 2026, 14:05

Bergisch Gladbach kämpft mit 300 Millionen Euro Schulden und Haushaltslücken bis 2025

Ein Plakat mit fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, das 'Maganomics: Ein Wirtschaftsplan, der drei Dinge tut: Senkt Steuern sogar noch mehr für Wohlhabende und große Unternehmen'.

Bergisch Gladbach kämpft mit 300 Millionen Euro Schulden und Haushaltslücken bis 2025

Bergisch Gladbachs Stadtkämmerer Thore Eggert erläuterte kürzlich bei einer Veranstaltung der BürgerAkademie die finanziellen Herausforderungen der Stadt. Im Mittelpunkt der Diskussion standen der Aufbau des Haushaltsplans, anhaltende Finanzierungslücken und die Schwierigkeit, notwendige Ausgaben mit begrenzten Einnahmen in Einklang zu bringen.

Eggert, Mitglied der FDP, betonte, dass er in seiner Funktion als Stadtrat die Verwaltung und nicht eine politische Partei vertritt. Zu seinen Aufgaben gehören die Steuerung der Einnahmen, Ausgaben und Schulden sowie die Aufstellung des jährlichen Haushalts – ein Prozess, der derzeit durch die Kommunalwahlen verzögert wird.

Die finanzielle Lage der Stadt bleibt angespannt: Die Gesamtverschuldung wird bis 2025 voraussichtlich 300 Millionen Euro übersteigen. Bergisch Gladbach zählt damit zu den am höchsten verschuldeten Kommunen in Nordrhein-Westfalen und kämpft – wie viele deutsche Städte – mit strukturellen Defiziten. Der Großteil des Haushalts ist durch Pflichtausgaben gebunden, was kaum Spielraum für Einsparungen lässt.

Ein zentrales Anliegen ist die Vermeidung eines Haushaltssicherungskonzepts, das strenge finanzielle Auflagen mit sich bringen und die kommunale Selbstverwaltung einschränken würde. Der jährliche Finanzplan, der normalerweise noch vor Jahresende vom Stadtrat beschlossen wird, liegt aufgrund der Wahlen derzeit auf Eis. Trotz der angespannten Lage sind für 2026 Investitionen in Höhe von 126 Millionen Euro vorgesehen – unter anderem für Schulen, Straßen, Kitas und die Neugestaltung des Industriegeländes Zanders.

Das Zanders-Projekt bezeichnete Eggert als langfristige Aufgabe und verglich es mit einem "Marathon, kein Sprint". Unklar sei jedoch, wann – oder ob – es sich wirtschaftlich tragen werde. Die Veranstaltung machte auch deutlich, wie komplex der Haushalt für Bürgerinnen und Bürger sein kann, da sein Verständnis Kenntnisse des Haushaltsrechts und der Finanzpolitik voraussetzt.

Die Stadt steht vor der Herausforderung, steigende Defizite zu bewältigen, ohne dabei grundlegende Dienstleistungen und geplante Investitionen zu gefährden. Eggerts Dialog in der BürgerAkademie sollte den Einwohnerinnen und Einwohnern die finanziellen Prioritäten und Grenzen verständlich machen. Ohne grundlegende Veränderungen wird Bergisch Gladbach auch künftig vor schwierigen Entscheidungen bei Ausgaben und Schuldenmanagement stehen.

Quelle