27. LGBTI+-Pride in Lissabon: Tausende protestieren gegen Rollback bei Rechten
Niklas Neumann27. LGBTI+-Pride in Lissabon: Tausende protestieren gegen Rollback bei Rechten
Tausende bei der 27. LGBTI+-Pride-Parade in Lissabon: „Kein Schweigen, keine Angst – wir existieren und wir wehren uns“
Am Samstag fand in Lissabon die 27. Pride-Parade für LGBTI+-Rechte statt, bei der Tausende unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“ auf die Straße gingen. Startpunkt war um 17 Uhr der Marquês-de-Pombal-Platz, wo sich Aktivist:innen, Politiker:innen und Unterstützer:innen versammelten, um gegen das zu protestieren, was die Veranstalter als wachsende Bedrohung für hart erkämpfte Rechte bezeichnen. Die diesjährige Demonstration fiel in eine angespannte Zeit: Initiativen warnen vor politischen Bestrebungen, die errungene Schutzmechanismen für queere Gemeinschaften zurücknehmen wollen.
An den Pride-Paraden 2024 und 2025 nahmen jeweils rund 50.000 Menschen teil, wobei die Organisatoren in diesem Jahr mit noch größeren Teilnehmerzahlen rechneten. Die Veranstaltung vereinte 17 LGBTI+-, feministische und antirassistische Gruppen – ein Zeichen für die breite Solidarität zwischen verschiedenen sozialen Bewegungen.
Die Redner:innen betonten die Dringlichkeit der Lage. Joana Mortágua vom Linksblock (Bloco de Esquerda) äußerte sich besorgt, dass eine solche Demonstration angesichts des aktuellen konservativen Rollbacks bei sozialen Rechten überhaupt noch notwendig sei. Das Organisationskomitee der Pride-Parade unterstrich diese Warnung und verwies darauf, dass jüngste politische Verschiebungen LGBTQI+-Personen und ihre Familien bedrohten – und damit Jahrzehnte des Fortschritts auf dem Spiel stünden.
Im Mittelpunkt der Kritik standen legislative Angriffe auf bestehende Rechte. Helder Bértolo, einer der Organisatoren, wies auf Versuche im Parlament hin, das Gesetz 38/2018 abzuschaffen, das die Selbstbestimmung von Geschlechtsidentität und -ausdruck garantiert. Paulo Muacho, Abgeordneter der Partei Livre, rief zur Teilnahme auf und argumentierte, dass ein radikalisierter rechter Flügel aktiv daran arbeite, LGBT-Rechte zu demontieren.
Die Botschaft der Demonstration war eindeutig: Widerstand gegen das, was viele als koordinierten Versuch sehen, Gleichstellungsfortschritte rückgängig zu machen.
Die Pride-Parade 2025 in Lissabon endete mit einem Appell zur Wachsamkeit. Die Organisatoren betonten, dass der Kampf um LGBTQI+-Rechte noch lange nicht vorbei sei – besonders angesichts zunehmender politischer Drucks. Mit steigenden Teilnehmerzahlen signalisierte die Veranstaltung eine entschlossene Antwort auf das, was Aktivist:innen als alarmierenden Rückschritt bei Schutzrechten bezeichnen.






